Dame Kobold

Sommer 1999

DarstellerInnen:

Don Juan: Jan-Hendrik Eickmeier / Christian Zinnecker

Don Luis, sein Bruder: Sascha Tonsor

Don Manuel, ein Freund des Hauses: Sascha Herrmann

Cosme, Diener von Don Manuel: Michael Broermann

Rodrigo, Diener von Don Luis: Holger Martens / Thorsten Thomas

Dona Angela: Eva Groppel

Claudia: Kerstin Schünke

Isabel, Dienerin von Dona Angela: Marie-Luise Gerling-Kleine-König

Volk: Christina Beier / Detlef Beier / Miriam Edeling / Karin Herrmann / Rolf Herrmann / Silke Kleemann / Gisela Leiwe / Karin Michels / Björn Schäffer / Sven Willenbockel / Werner Willenbockel

Inszenierung: Jan Betge

Musik: Udo Becker

Bühnenbild: Markus Knoblich

Choreographie: Dorit Henkel

Kostümwerkstatt: Kathrin Heller, Helga Kümmel, Bettina Schengber, Susanne Severin

Maske: Eleonore Broermann, Sonja Jüschke, Manuela Pleister, Monika Rau, Stefan Richter

Souffleuse: Jörg Schürmann, Michael Witte

Tontechnik: Jürgen Osieka

Requisite: Kathrin Rau

Kulissenwerkstatt: Werner Pastewski

Eine Komödie von Calderón de la Barca mit 10 Umbauten in einer Übersetzung von August Schlegel

Spieldauer ca. 90 Minuten – eine Pause

[Aufführungen vom 03.07. – 28.08.1999 auf der Waldbühne Melle]

Theater zur Zeit Calderóns: Die Vorstellungen begannen am Nachmittag und waren so gelegt, dass sie eine Stunde vor Sonnenuntergang ihr Ende erreichten. Es ist aus später zu erörternden Gründen wichtig, besonders darauf hinzuweisen, dass die Aufführungen unter freiem Himmel und bei hellem Tageslicht stattfanden. Der Bühnenraum dieser Theater war von allergrößter Einfachheit. Die Dekorationen scheinen, wenigstens bis ins reife Mannesalter Lopes hinein, nur aus Holzversteifungen bestanden zu haben, die mit starkem Papier bespannt waren. Sie hatten links und rechts jeweils eine Ausgangsmöglichkeit und hinten ein Fenster. Sie dienten hauptsächlich zur Abgrenzung der Spielfläche und waren zunächst wohl ganz neutral gehalten und kaum bemalt. Einen Vorhang gab es bis etwa zum Jahre 1610 überhaupt nicht. Das Publikum kannte noch nichts anderes und brachte soviel Illusionsfähigkeit mit, dass es sich lediglich aus den Worten des deklamierten Textes den jeweiligen Schauplatz sofort vorzustellen vermochte. Fand ein Szenenwechsel statt, so gingen die Künstler einfach nach der einen Seite ab; die Bühne blieb einen Augenblick leer, und dann traten von der anderen Seite die Darsteller der nächsten Szenen auf. Hier liegt auch der tiefere Grund dafür, dass sich die spanischen Bühnenautoren nicht sonderlich bemühten, bei ihren Stücken mit möglichst wenig Schauplätzen auszukommen. Es ist mir Sicherheit anzunehmen, dass bei einem Werk, das etwas zwanzig Szenenwechsel erforderte, keinesfalls zwanzig Umbauten, sondern nur sehr einfache Veränderungen vorgenommen worden sind. Mit sehr wenigen Möbeln spielte man immer in der gleichen, neutralen Dekoration, und die Illusion wurde nur durch eine Handvoll rasch herbeizuschaffender Gegenstände erhöht.